Varreler Gutspost (Ausgabe 2) |
Pfingsten 1981Mit großen Schritten eilt der Ort Varrel seiner 700-Jahr-Feier entgegen! Das ist aber erst im Jahre 1989 soweit. Auf der Stuhrer (oder besser der oldenburgischen) Geschichte ergibt sich:
1) 1289 gestattet Erzbischof Giselbert von Bremen dem Kloster Heiligenrode die "wüsten Stätten" zu Stelle und Verlebrink wieder in Kultur zu nehmen (Das Buch von Stuhr, 1966).Man kann daraus schließen, daß Varrel auch schon vorher bewohnt war. Wie man aus der Geschichte weiter entnehmen kann, werden 92 Jahre später, nämlich 1381, die Rechte vergeben, Neusiedlungen anzulegen. Es ist davon auszugehen, daß daraus das Gut Varrel entstand. Wir begehen also in diesem Jahr die 600-Jahr-Feier des Gutes Varrel! Es gab früher auch eine Schankkonzession auf dem Varreler Gut. Sie ist wahrscheinlich vor 250 Jahren erteilt worden. Wenn auch letzte Zweifel bleiben, Grund zum Feiern gibt das in jedem Fall.
Die jüngste Geschichte unseres Gutes beginnt im Jahre 1976. In diesem Jahre hat die Gemeinde Stuhr erstmals große Teile der Ländereien des Gutes erworben. Im Jahre 1978 erfolgt der Ankauf des Restgutes mit den alten Gebäuden, Wohnhaus, Scheune, Wassermühle und Spritzenhaus. Dazu kommen auch der alte Gutspark und die Fischteiche. Die Initiative der Varreler Vereine, die sich im Februar 1978 zu einem "Arbeitskreis Gut Varrel" zusammenschließt, führt zu einer engagierten Arbeit zur Rettung des Gutes Varrel, insbesondere des alten Wohnhauses. Viele Bürger haben sich inzwischen diesem Vorhaben angeschlossen.
Am 9. Juli 1980 ist es dann soweit: Fleißige Mitglieder und Freunde haben seit 1978 in freiwilliger Arbeit am Gut Varrel aufgeräumt und unter anderem das alte Wohnhaus von allen "neuzeitlichen" Anbauten befreit. Was dabei zu Tage gekommen ist, hat selbst die Kritiker überrascht:
"Das Gebäude weist eine Fülle an bauhistorischen und baukonstruktiv interessanten Aussagen auf... ...Durch die vom Förderkreis vorgenommene Freilegung von Außenputz ist ein Gebäude zutage getreten, von dessen Existenz bis dahin nicht ausgegangen werden konnte. Es muß angenommen werden, daß der nunmehr sichtbare Bau (es sind eigentlich mindestens 2 Gebäude) in das 18. Jahrhundert bzw. sogar das 17. Jahrhundert zu datieren ist." Ein Erfolg vieler Mühe! Das Gut Varrel ist auf dem besten Wege, ein Erholungsraum für alle unsere Bürger zu werden.
Die große Gutsscheune wurde inzwischen von der Gemeinde mit einem völlig neuen Dach versehen. Damit ist ein erster, wesentlicher Beitrag zur Erhaltung des Gebäudes getan. Der Förderverein bemüht sich um eine vertragliche Regelung mit der Gemeinde Stuhr, hierfür die Benutzung zu übernehmen, mit dem satzungsgemäßen Ziel, ...
Die Bemühungen um eine allseits zufriedenstellende vertragliche Regelung sind aus verschiedenen Gründen nicht so einfach. Dennoch gehen wir davon aus, daß demnächst eine Lösung gefunden wird, die den Förderverein nicht in wirtschaftliche Probleme bringt, aber alsbald die Nutzung der Gutsscheune als Mehrzweckhalle ermöglicht. Rund 1/3 der Aufwendungen für den Ausbau trägt der Verein durch Eigenleistungen. Zum Pfingstfest 1981 wartet der Verein wieder mit einem großen Programm auf dem Gutshof auf. Wir freuen uns über jeden Gast, den wir dort zu dieser Zeit oder an anderen Tagen begrüßen können.
Wir freuen uns auch über jedes neue Mitglied!
Der Vorstand |

Förderverein Gut Varrel e.V. ♦ An der Graft 2a ♦ 28816 Stuhr
Telefon: 04221 937192 ♦ E-Mail: kontakt@gut-varrel.de